Unser Haus in der Mergentheimer Straße 60 liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Mains mit Blick auf die Stadt unterhalb von Käppele und Festung. Mit Auto, Straßenbahn (Linien 3 und 5, Haltestelle Judenbühlweg), Bus oder Fahrrad lassen sich alle Universitätsinstitute von hier aus bequem erreichen. Unser Studentenwohnheim in der Trägerschaft der Rolf-Lang-Stiftung e. V. bietet fünf vollmöblierte Studentenappartments, Gemeinschaftsräume (Bibliothek, Fernsehzimmer, Kellerbar) und einen weitläufigen Garten mit herrlicher Terrasse.

An der „Alma mater Julia Maximiliana“

Würzburg: Ein Studienangebot weit über den klassischen Fächerkanon hinaus

Neue Universität am SanderringDie deutsche Universitätslandschaft ist in Bewegung geraten: In einer Zeit des Wandels und Wettbewerbs um Studenten, Gelder und wissenschaftliches Renommee haben die Hochschulen die eingefahrenen Wege zentraler Lenkung, der Zulassungsverfahren und staatlicher Budgetierung verlassen.
Die mittlerweile 418 Jahre alte Universität Würzburg bietet ein umfassendes Studienangebot, das längst über den Kanon der klassischen Kernfächer der Geisteswissenschaft und Theologie, der Medizin und Zahnheilhunde, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft sowie die Naturwissenschaft hinausgeht. Über zwanzig neue Lehrstühle wurden seit Mitte der 70erJahre eingerichtet, wie beispielsweise für Informatik, Röntgendiagnostik (es war im Jahr 1895, als Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die seither nach ihm benannten Strahlen entdeckte), Kinder- und Jugendpsychiatrie, Silikatchemie oder Biotechnologie. Als neue Studiengänge kamen in den letzten Jahren hinzu die Fächer Sonderpädagogik, evangelische Religionslehre (die Universität Würzburg ist immerhin eine ursprünglich von Fürstbischof Julius Echter im Jahr 1582 gegründete Jesuitenhochschule) und Europäisches Recht. Daneben haben seit jeher beispielsweise die Altertumswissenschaften ebenso ihre Heimat an der Universität Würzburg wie Neue und Neueste Geschichte, oder vergleichsweise ausgefallene Fächer wie Sinologie oder Indologie. Auch baulich erneuert sich die Universität laufend: Neben den mittlerweile abgeschlossenen Renovierungsarbeiten und Umbauten im alten Universitätsgebäude aus dem 16. Jahrhundert, das noch immer von den Juristen genutzt wird, der „Neuen Universität“ des 19. Jahrhunderts am Sanderring und der früheren Pädagogischen Hochschule am Wittelsbacher Platz entsteht derzeit für über 270 Millionen ein neues Chirurgiezentrum, und für rund 170 Millionen wird auch die Zahnklinik erweitert. In den letzten Jahren errichtet wurden ein Institutsgebäude für die Informatik, das neue Gebäude der Physikalischen Chemie und das Biozentrum für den gesamten Bereich der biologisch-medizinischen Grundlagenforschung am Hubland.
Mit insgesamt acht Sonderforschungsbereichen nimmt Würzburg eine Spitzenstellung unter den bayerischen Universitäten ein und kann auf internationale Partnerschaften u. a. mit den Universitäten Salamanca/Spanien, Caen/Frankreich oder Nagasaki/Japan verweisen. Ein Rektor mit Fingerspitzengefühl vereinte Tradition und Fortschritt (Zwischen-Ü.) Der Aufschwung der Universität seit den unruhigen 70er Jahren, denen nicht nur überlebte Organisationsstrukturen sondern auch das gewachsene Miteinander von Lehrenden und Lernenden wahllos zum Opfer fielen, ist untrennbar mit der Person ihres seit nunmehr fast 25 Jahren amtierenden Präsidenten Prof. Dr. Dr. hc. mult. Theodor Berchem verbunden, der es mit viel Fingerspitzengefühl verstanden hat, Tradition und Fortschritt zu versöhnen. So gehören die rund 35 studentischen Korporationen, darunter seit einigen Jahren drei Damenverbindungen, auch heute noch ebenso selbstverständlich zum Bild der Universität wie die Einrichtung des „Studium Generale“, das die Möglichkeit bietet, sich über den Stand der Wissenschaft aus erster Hand zu informieren. Gerade zu ihren Verbindungen pflegt die Universität ein enges Verhältnis Zu den jährlichen Kommersen aus Anlaß des Universitätsstiftungsfestes jeweils am 11. Mai entsendet die Hochschulleitung ihre Vertreter. Der Kommers wird ebenso wie ein Bürgerfrühschoppen vom Intercorporativen Convent (ICC), 1952 auf Initiative des Waffenrings gegründet, veranstaltet. Der ICC vereint heute verbandsübergreifend etwa die Hälfte der Würzburger Verbindungen aller Richtungen und stellt über alle Gegensätze hinweg ein wichtiges Gesprächsforum dar.
Die Universität gibt sich aber nicht zufrieden damit, daß die Korporationen Traditionspflege betreiben. Sie drängt durchaus darauf, daß die Verbindungen aus ihren Häusern herauskommen und sich aktiv am Leben der Universität beteiligen, um so bei der Schaffung einer neuen „corporate identity“ auf ihre Weise mit Studienberatung, einem Zimmerangebot, mit Vorträgen und Veranstaltungen beizutragen.
Eine Einrichtung der besonderen Art ist das Institut für Hochschulkunde im modernen Gebäude der Universitätsbibliothek, das, neben umfangreicher Literatur zur Hochschul- und Studentengeschichte und einem kleinen Museum, die Archive mehrerer Akademikerverbande beherbergt. Das aus Anlaß seines 75jahrigen Bestehens in der Universitätsaula veranstaltete Symposion vor drei Jahren hat einer größeren Öffentlichkeit bewiesen, daß Studentengeschichte als Teil der Sozial- und Universitätsgeschichte Beachtung verdient.
Für die Studierenden wurde in den vergangenen Jahren auch das Wohnheimangebot durch das Würzburger Studentenwerk, eine studentische Eigengründung aus dem Jahr 1921, massiv ausgeweitet, so daß es für die heute rund 17.000 Studenten eine vielfältige Auswahl zwischen Studentenheimen, privaten Zimmern und Verbindungshäusern gibt. Auch in der Lehre stellen die Würzburger Studenten ihrer Universität ein durchweg gutes Zeugnis aus, wie ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der Hochschulleitung jüngst ermittelte. Es wird aber darauf ankommen, in einer Zeit zunehmender Konkurrenz der Universitäten untereinander, diesen Ruf zu erhalten, indem sie sich nicht als bloße „Wissensfabrik“ sondern im alten Sinne als „Alma mater“, in der letztlich der Mensch im Mittelpunkt steht, begreift.

Dr. Bernhard Grün

Adressen und Ansprechpartner:

- Universität Würzburg; Sanderring 2, 97070 Würzburg, Tel. (09 31) 31-1

- Zentrale Studentenberatung; Ottostraße 16, 97070 Würzburg, Tel. (09 31) 3 1-914/-9151-9161-917

- Studentenwerk Würzburg; Am Studentenhaus 1, 97072 Würzburg, Tel. (09 31) 80 05 - 214

- Netzadresse: www uni-wuerzburg.de

- PDF-Version dieses Artikels (ca. 900 kb)

Erschienen in: Studentenkurier 1/2000. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der GDS (Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte)

 

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